Stories
Die ersten Seiten aus dem Tagebuch eines Wanderreitpferdes.
Von Issyk-Kul
Heute Morgen hatte der Chef es eilig. Schon in aller Frühe musste ich still stehen, Hufe geben und mich anbinden lassen. Dabei will ich doch nur fressen so früh am Morgen. Und auch meinen Kumpel hat die Cheffin tracktiert. Keine Ahnung was das wieder soll…Aha, jetzt kapier ich, ich soll in den Hänger…. Ja, wenn du meinst, dann steig ich halt ein, der Alte ist ja eh schon drin, also was soll`s… tun wir ihm halt den Gefallen…Hier riechts aber nach Neu….mal schauen ob ich das ändern kann… ja so ist besser, jetzt weiss jeder, dass dieser Hänger mir gehört… was soll das jetzt… jetzt muss der Alte auch noch markieren….Aber wenigstens haben wir Heu vor der Nase.. auch wenn das Ding da immer hin und her schaukelt… können die nicht mal gradeausfahren….
So langsam werde ich schläfrig…. ewige Kutschenfahrt dies…. Und dabei so mühsam, immer aufpassen, dass man nicht gegen die vordere Stange gedrückt wird…. Mhmmm so ist besser… wir lehnen uns einfach hinten an….Komm Alter gib Ruhe… das sind meine Ohren… nein… ich will nicht spielen…. Mir ist auch langweilig, aber jetzt hör auf…. Sonst setzt es was…..Aha die Cheffen haben es bemerkt. Der Alte wird kürzer angebunden. Nun ist Ende mit der Kabbelei. Langweilig…. Aber heute will die Fahrt auch kein Ende nehmen.Oha, jetzt gets aber rund….. ich muss aufpassen, denn irgendwie ist die Kiste schief und wackelt gewaltig. Endlich ist wieder was los….. und die Kiste wird immer schiefer…. Da muss es richtig aufwärts gehen…. Endlich…. Jetzt hält er an…. Länger als sonst.. sind wir da?
Ich werde losgebunden und darf aus der Kiste raus. Auch der Alte steigt aus…. Herrlich wie das duftet hier… nach Kräutern …. Schnell mal schauen, was es hier so alles zu fressen gibt….. ja was denn, ich soll still stehen… aber das meinst du jetzt nicht im Ernst…. Schliesslich bin ich jetzt stundenlang stillgestanden…. Ich will jetzt los…. Er meint`s ernst….ich werde angebunden….. na dann stehen wir halt nochmal still…. Scheint ja eh was Grösseres zu werden…. Die packen mir schon wieder zusätzliches Gepäck obendrauf. Dem Alten verpassen sie zwei Seitentaschen….. gut dass ich die nicht abkriege….. wir gehen los… super…. Endlich… wo geht’s lang… da hinauf… ja dann wollen wir mal einen Zacken zulegen…. Schliesslich wird’s bald Abend und ich habe Hunger….Ich soll schon wieder anhalten…aha der will aufsitzen….. ja aber da hat`s so schönes Grass… der versteht einfach nicht….. ok, dann halt…. Geht’s jetzt weiter… worauf warten wir jetzt wieder….. endlich….. traben…. Tief durchatmen…… abschnauben…… Ahh tut das gut….
Wir kommen zu einem Brunnen…. Hier kann ich endlich was saufen…… und jetzt kommen so komische Viecher… warum sind die hier grau… ich kenne nur schwarz-weiss… die sind brandgefährlich….. aber der Alte geht ja voraus… dann wird der es abkriegen… ich bleib auf jeden Fall mal hinten…. Den Schotterweg geht’s rauf…. Dann wollen wir mal…. Schon wieder Pause… ja….. pinkeln… sollte ich auch…… ahhhhh tut das gut…. Jetzt steigt er wieder ab und führt mich hinter dem Alten den Berg hinauf. Was, über den Bach soll ich auch…. Nöööö, dafür habe ich noch nicht genug Aufmerksamkeit bekommen… was soll das jetzt, mir einfach Druck machen…. Geht doch gar nicht… aua… na wenn s denn sein muss… gehen wir halt durch…. Ja jetzt werden wir gelobt…. Warum nicht gleich so ????
Ich bin ganz schön am schwitzen. Aber riechen tut`s gut hier oben….was sind denn das für komische Geräusche…. Da gurgelt wohl Wasser… aber wo den nur… und die Steinplatten wackeln auch… aber was solls, gehen wir halt drüber…. Da soll ich rauf… komm ja schon. ok…. wenn du meinst…. Uff… abgerutscht…. Hab mich gerade noch der fangen…. Macht ja nichts…. Weiter geht s….jetzt wird’s matschig… mag ich gar nicht… krieg ich dreckige Füsse… ist dem Cheffe aber egal… na dann springen wir halt rüber….na warum wird der Chef jetzt wieder laut.. war doch nur etwas Schlamm… mag der wohl auch nicht…. siehste….na dann dackeln wir halt mal hintendrein… aha schon oben… dann wollen wir mal schauen, dass wir da wieder runter kommen…. Was langsam soll ich machen…. Und immer schön hinter dem Cheffe bleiben… langweilig… aber wenn er es will… da unten gibt’s Gras….endlich wir dürfen grasen…. Wurde auch Zeit.
Meinen Füssen geht’s gut. Hatte erst etwas Bedenken wegen den Steinen… aber der Cheffe lässt mich immer mal wieder aufs Gras und dort brauch ich mir keine Sorgen machen… da kann ich laufen ohne nach zu denken…. Sonst tut der mir wieder diese komischen Schlappen vorne drauf… die mag ich nicht wirklich…. Aber sie helfen beim Denken… ich muss weniger schauen, wo ich hintrete… Heute Morgen hatten wir sie die ganze Zeit an…. war ein langer Anstieg… aber jetzt sind sie ab… darf grasen… …. Hier in der Sonne ist es schön warm, ich denke ich döse jetzt ein wenig….
Ah jetzt kommt der Cheffe wieder… soll wohl weitergehen…. Was ist das denn, jetzt steigt die andere in den Sattel… bin ihm wohl nicht mehr gut genug…. Aber die ist auch etwas leichter…. Mal schauen, ob ich bei der auch spuren muss…. Hier gibt’s schönes Gras, etwas kurz geraten… probieren wir`s nochmal…. Etwas schneller.. Kopf runter…Wieder zu kurz…. Was soll das jetzt, du meinst ich darf nicht… bin mir da nicht so sicher… probiers lieber nochmal, will ja nichts verpassen……aua…. Die meints doch ernst… na dann lassen wirs halt… vielleicht später… wenn sie nicht mehr so aufpasst….. wow wo ist der Alte jetzt…. der ist einfach abgehauen….mit dem Cheffe…. Ich ruf den mal… der soll sich melden… geht ja gar nicht… dass der einfach verschwindet…. Aber noch ist der andere ja da… und so lange der da ist… ist ja alles in Ordnung…… da ich höre was…. Aber das ist ganz schön weit weg, der Alte macht sich also auch Sorgen…. Was warum gehen wir nicht dem Alten nach…. Was soll das jetzt… der ist hier hoch gegangen…. Ok ok, wenn du meinst, wir gehen ja schon…. Ah jetzt dürfen wir wieder grasen….
Endlich der Alte ist wieder da… ist ganz schön angedüst gekommen… musste wohl was besorgen…. Allgemeine Pinkelpause… alle drei gleichzeitig…. Mhm da kommen Düfte auf…… wir traben ein Stück über die Wiese und jetzt wird’s eng… ich muss Schritt gehen und da sind Wurzeln… und Steine im Weg und links geht’s steil runter… mal sehen wie nah ich am Rand gehen kann…. Ist das nah genug… ja ich denke schon…. Der Bär müsste ganz schön springen, um mich zu erwischen…. Jetzt traben die auch noch… muss ich meine Füsse heben… sonst hau ich mir die Hufe an…. Jetzt geht’s runter zum Fluss… hoffentlich nicht über das braune Ding da… jawohl gut gemacht… zum Bach hinunter… saufen… das schmeckt aber… und jetzt soll ich durch… da werd ich ja nass…. Aber die beiden anderen sind schon drüben… ja dann… kann ja nicht sein, dass ich hier alleine bleibe…. War gar nicht schlimm… komisch die Cheffin da oben hat gar keine Angst… ist wohl ne ganz coole..
Jetzt wird’s spannend. Da sind grosse Löcher im Weg…gehen wir halt drum rum…. Die zuckt nicht mal, dabei kann man da richtig durchschauen…. Das macht Laune…. Achtung steiler Fels… da spring ich mal lieber rauf…. Ok. oben… jetzt kommt Geröll…. Rutscht so schön…. Schon vorbei… wieder runter, was ich soll Schritt gehen… quatsch macht doch im Trab viel mehr Spass…. Ja wenn du unbedingt willst… dann gehen wir halt Schritt…. Endlich geht’s eben aus… was ist denn dass, lauter schräge Bäume… was soll dass jetzt… ich muss da drüber ok… jetzt unten durch… das kratzt aber…. Links herum, rechts herum…. Weisst du endlich was du willst ? ok, mach ja schon…. So langsam wärs Zeit dass wir ankommen… ich habe Hunger…. Ahhh wie wenns sie es gehört hätte…. Schönes Gras hier…. Ein bisschen altbacken, aber gut… viele leckere Samen….
Jetzt kann`s nicht mehr weit sein… wir traben eben aus…. Da kommt ein See…. Lehmstrasse, hier lässt sich gut laufen…. Macht Spass sich so zu strecken…. Was jetzt schon zu Ende… aha absteigen… gut…. Dann sind wir ja bald da……Schritt gehen ist langweilig… mal sehen ob sie es merkt… das Gras ist aber auch wirklich lecker… was ich soll nicht… wusst ich gar nicht….. sorry tut mir leid, wirklich….ok, dann bleibt der Kopf halt oben…
Lärm, viele Leute, warum soll ich warten… hier gibt’s frisches Gras…. Na denn dann lassen wir uns halt anbinden…. Sattel weg, ja kratz mich mal, das tut gut…. Wieso darf ich mich nicht an dir scheuern… wäre doch viel besser…Ja dann kratz du mich halt… besser so als gar nicht…. So wir gehen rüber zur Weide… scheint echt alles zu sein für heute…. Endlich Ruhe und was zu fressen…. Wasser gibt’s auch noch… Klasse der Scheffe….
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06.10.2011
Der Knotenhalfter wurde in den USA von den alten Cowboys entwickelt, da die sich keine teuren Stallhalfter bzw. Trensen leisten konnten, und aus einer einfachen 8-Schlinge, welche um den Kopf und die Nase des Pferdes gelegt wurde, entwickelte sich der Knotenhalfter. Die reitenden Indianer nannten das Teil dann auch sinniger Weise "War-Briddle" und auch andere mit den Pferden eng verbundene Völker benutzen ein ganz ähnliches Teil, um ihre Gebisse einzuhängen.
Die Natur lehrt uns konsequent zu sein und lehrt uns, dass nur das effektivere System bzw. der Stärkere überlebt. Ob uns das jetzt schmeckt ist völlig egal, unser Geschmack setzt die Gesetze der Natur nicht ausser Kraft. Fakt ist, dass ein Pferd, wenn es nicht erzogen wurde, genauso gefährlich ist, wie ein Wildpferd, dass den Menschen nicht kennt, und bei der Entscheidung über Leben und Tod keine Rücksicht nimmt, und nach dem Gesetz des Stärkeren handelt. Jetzt ist es nun mal so, dass Pferde hier in Europa quasi im Wohnzimmer auf die Welt kommen und von den ersten Minuten an, sich an den Menschen gewöhnen können. Das heisst sie haben generell schon mal ein besseres Verhältnis zu uns Menschen als zum Beispiel die halbwilden Criollos in Argentinien, die die ersten Monate ihres Lebens nie einen Menschen sehen. Wenn jetzt von natural horseman ship geredet wird, ist dies im Verständnis der jeweiligen Kultur zu betrachten.
Und da jede Kultur ihre Defizite hat, können auch wir wichtige Aspekte daraus entnehmen. Jedoch andere als andere Kulturen. In Argentinien und auch heute noch in USA werden Pferde gefügig gemacht, indem sie tagelang angebunden zu stehen haben, oder mit dem Gebiss am eigenen Sattel festgebunden werden, damit sie sich nur im Kreis bewegen können, wärend sie gescheucht werden. Das hier Leute wie Monty Roberts oder Pat Parelli (um nur die bekanntesten zu nennen) etwas dagegen halten und das unter natural horse man ship verkauifen, ist dann (leider für die einen dieser Kulturkreise dummes Zeug und viel zu Aufwändig) für die Anderen eine Revolution im Ausbildungssystem von Pferden.
In unserer Kultur haben diese Leute vorallem die Lücke gefüllt, die von den alten guten Pferdeleuten hinterlassen wurde. Glücklich mag der sich schätzen, der noch Zugang zu einem Brauereipferdehalter oder einem guten Zureiter alter Schule hat. Da die europäische Reitkultur sich jedoch aus der Militärischen Reiterei entwickelt hat, sind auch hier viele Dinge nicht optimal und bedürfen einer Korrektur, die im Zuge dieser neuen Ideen auch schon weitherum stattgefunden hat. So hat sich die Idee des Offenstalles gegenüber der Boxenhaltung schon gut durchgesetzt und tierschutzrechtlich sind die Haltungsformen viel mehr "natural" geworden. Eine entsprechende parallele Entwicklung sehen wir im Thema Hufbeschlag oder barfuss mit immer grösserer Tendenz zum Barhuf und ebenso im generellen Umgang mit dem Pferd, die hier eine Gratwanderung zwischen dem Humanistischen Ansatz von dem vermenschlichten Pferd und dem alt hergebrachten "Gerte und Sporen" bis es spurt - System absolviert.
Da aber immer mehr Leute sich das Hobby Pferd leisten können, und sich gleichzeitig nicht alle automatisch mit Dressur oder Springen befassen, fehlt es allenthalben an Wissen, um die Ausbildung und Erziehung von Pferden. Da jetzt die Begriffe "Natural" und "Horsemanship" erst mal für unsere Kultur erläutert werden müssten, wird es von vielen als Schlagwort für oder gegen etwas verwendet, ohne dass man sich mit der Sache wirklich befasst oder auseinander gesetzt hätte. Ich selber bin genau so ein Typ, der zum Pferd gekommen ist, ohne dafür eine ausreichende Ausbildung oder Zugang zu einem alten Wissen zur Hand zu haben. So was ist zu tun. Ich kann mein Pferd wie üblich einem Bereiter überlassen und mich dann darüber wundern, dass es, kaum habe ich es unter dem Sattel, nicht mehr so toll ist, wie unter dem Bereiter. Ich kann auch selber Reitunterricht nehmen, nach alten militärischen Gepflogenheiten oder in einem Western Stall und sitze dann zwar aufrecht im Sattel, habe aber keine Ahnung, warum das Pferd funktioniert, wie es funktioniert. Ich kann das Ergebnis dieser Verfahrensweise immer wieder beobachten, wenn ich im Gelände Reitern mit ganz tollen Pferden und noch viel tolleren Klamotten begegne, die ihre Pferde kaum im Griff halten können, nur weil jetzt eine Gruppe Reiter zu Fuss auf sie zu marschiert.
Gerade hier hat dank "MR oder Parelli" und vielen Anderen, die übrigens alle unisono von sich sagen, die Sache nicht erfunden zu haben, ein Umdenken stattgefunden, dass jetzt nicht in erster Linie auf das brutale Brechen von Pferden ala Argentinia abzielt, sondern unser Verständnis für die Sache der Natur und der Sache des Pferdes insbesondere, weiter gebracht hat. Wie viele andere auch, habe ich aus Mangel an primären Wissen, mich am Markt schlau gemacht und bin so auf die oben genannten gestossen, die mir aus ihrem Erfahungsschatz mehr oder weniger gut, die Eigenheiten des Pferdes und die Schwierigkeiten in der Kommunikation dargestellt haben. Dass es einem Parelli gelungen ist, dieses Wissen auch noch schematisch auf zu bauen, und in leicht erlernbare Schritte zu parcelieren, kam mir nur entgegen. Und dass er daran Geld verdient ist ja nun mal nichts verwerfliches, denn auch Reitstunden kosten Geld.
Und dass man bei einer schematischen Darstellung immer wieder an Grenzen stösst, denn weder Menschen noch Pferde sind einheitliche Maschinen, ist auch diesen Leuten klar. Deshalb werden in Ergänzung, Videos, Shows und andere Lehrmethoden angeboten, die das Geschriebene verdeutlichen und verständlicher machen sollen. Da jedoch auch diese Menschen mit Stärken und Schwächen behaftet sind, macht der eine es Besser auf diese Art und und ein anderer Besser auf eine andere Art. Für mich war auf jeden Fall das Buch von Parelli "natural horseman ship" ein Türöffner zum Verständnis unserer Pferde. Flash der sehr gut western ausgebildet ist, hat meine fehlerhafte Kommunikation für viele Jahre einfach stoisch ertragen, und erst mit dem gewonnenen Verständnis im Hintergrund hat sich daraus das entwickelt was es heute ist. Ein fast absolutes und gegenseitiges Vertrauen.
So was bedeutet denn natural horseman ship für mich, als nicht mit historischem Pferdeverstand gesegnetem Europäer. Es bedeutet in erster Linie, dass ich zwei Dinge lernen musste: Erstens: ein Pferd ist ein Pferd und ist ein Pferd und entzieht sich damit meiner menschlichen Denkweise und zweitens, wenn ich mit einem Pferd arbeiten will, muss ich mich auf seine Ebene begeben. Das heisst, ich muss lernen wie ein Pferd denkt und handelt und muss lernen mich entsprechend zu Verhalten und auf seiner Ebene zu kommunizieren. z.B. Körpersprache statt verbale Kommunikation. Dies mag für viele alte Pferdebesitzer eine Binsenwarheit sein, für mich war es eine Revolution in meiner kleinen Pferdewelt. Wenn ich aber gelernt habe, wie ein Pferd denkt, wie es funktioniert, was ihm leicht fällt oder schwierig, wie es lernt oder eben nicht, dann lerne ich auch, dass mein Pferd nicht nach "humanistischen Gesichtspunkten" erzogen sein will, sondern nach seinen eignen Pferdischen, die weit konsequenter und brutaler sind als unsere menschlichen, und die nicht zuletzt auf klaren Regeln aufgebaut sind. Natur pur eben. Deshalb gilt der Satz, entweder ich sag meinem Pferd wos lang geht, oder er sagt es mir. Etwas dazwischen gibt es nicht. Ich bin entweder sein Chef, oder er ist meiner. Ueber die Qualitäten eines Chefs lässt sich diskutieren, über die Funktion nicht.
Nun aber zurück zum Knotenhalfter, der ja mit dem Parelli-System auch bei mir Einzug gehalten hat. Flash hat vermutlich auf Grund meiner reiterlichen Unfähigkeit immer mal wieder mit seiner Wassertrense gespielt und versucht die Zunge über die Trense zu schieben. Dies habe ich immer als störend empfunden, da ich den Eindruck hatte, dass die Wassertrense ihm unangenehm war. Deshalb habe ich mir eben ein solches Warbrddle gefertigt und bin damit ausreiten gegangen. Es war toll zu sehen wie er damit lief und sich problemlos kontrollieren liess. Nachdem meine Frau dies rausgefunden hatte, und meinte, dass dies zu gefährlich sei, habe ich mich nach anderen Zäumungen umgeschaut, habe ein Bosal probiert, aber schnell erkannt, dass mir dazu die reiterlichen Fähigketien fehlten und bin dann eines Tages bei dem Buch von Parelli und seinem Parellihalfter gelandet, der aus etwas dickerem Seil war und damit meiner Frau einen stablieren Eindruck hinterliess. Im Zuge der Bodenarbeit, die ich mit Flash anschliessend machte, wurde immer klarer, dass es kein Problem ist, mit diesem Knotenhalfter auch im Gelände unterwegs zu sein. Mit dem Vorteil, dass er jederzeit Fressen und saufen kann, ohne dass ich ein Gebiss rausnehmen und wieder einlegen muss und er dem Prinzip folgend, weniger ist mehr, unter dem Knotenhalfter kaum schwitzt. Dass ich trotzdem die gleiche Kontrolle über ihn habe, wie mit einem Gebiss, wird mir zwar oft nicht geglaubt, ist jedoch nach über 40.000 km, die wir zusammen unterwegswaren, für mich keine Frage mehr. Das die Knoten auf Nervenbahnen drücken, die innerhalb des Schädels verlaufen ist faktisch nicht möglich und dass sie auf Akkupressurpunkte drücken, keine Absicht und auch bisher nicht nachgewiesen.
Dass ein breites Stallhalfter weniger einschneidet, ist unbestritten. Deshalb werden unsere Pferde im Hänger auch am Stallhalfter angebunden. Dass bei entsprechendem Ausbildungsstand ein Knotenhalfter feinere und genauere Einwirkung ermöglicht als ein Stallhalfter ebenfalls unbestritten. In der Steigerung sind dann nur noch die Gebisse bis hin zur Kandarre für feineres Reiten sinnvoll. Da die meisten Freizeitreiter, dieses superfeine Reiten aber gar nicht anstreben, sondern ihre Pferde über Gewichts und Schenkelhilfen reiten, genügt das Knotenhalfter in der Regel völlig. Mein 4 jähriger Wallach wurde mehrheitlich nur mit Knotenhalfter ausgebildet und angeritten, und die Reitschüler die auf Flash das Reiten lernen, werden erst recht nur mit dem Knotenhalfter reiten, denn ich will nicht, dass sie wie ich selber, unkontrolliert in seinem Maul rum fuhrwerken. Im weiteren ist es so, dass normale Pferde durchaus lernen, dass es weh tut, sich gegen das Teil zu stemmen, und weit vor irgendwelchen Verletzungen aufhören, sich gegen das Knotenhalfter zu lehnen, so dass wir inzwischen unsere Pferde bedenkenlos mit dem Knotenhalfter überall anbinden, wo es notwendig erscheint.
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08.06.2011
Einer der wichtigsten Faktoren, neben Fitness für Pferd und Reiter ist die Mentale Stärke des Pferdes. Ein Pferd dass vor jedem Mauseloch scheut und nicht gelassen unterwegs sein kann, verbrennt soviel Energie, dass es nicht weit kommen wird. Deshalb muss der Wanderreiter selber mentale Stärke besitzen, um seinem Pferd die Sicherheit zu geben, die es braucht, seinem Reiter zu vertrauen. Mentale Stärke kann man üben. Kleine Schritte wagen, meistern und Sicherheit gewinnen. Sowohl für Ross wie auch für Reiter.
Jede Situation in der ich oder mein Pferd Angst haben, muss ich konfrontieren und mir und dem Pferd beweisen, dass man davor keine Angst zu haben braucht.
Als ich anfangs im Schwarzwald Flash die Strasse hochritt und die Vortrittsrechts-Tafel an der Strasse zum Wald, um 5 ° anders stand als am Vortag, kam ich nicht dran vorbei. Der bundt bemalte Jauchewagen war ein Monster. Die Silber-Langohresel im Tal waren Monster. Heute hat er zwar noch Angst unter einem Riesenrad durch zu gehen, oder wenn neben ihm ein Militärjet landet. Aber wegrennen, ist nicht mehr notwendig. Er hat gelernt, dass diese Dinge zwar Angst machen, aber nicht wirklich eine Gefahr sind.
Gefährlicher sind da noch immer am Wegrand sitzende Leute, denn die sollten nicht sitzen sondern gehen, aber sie sind nur gefährlich aus der Distanz. In der Nähe erkennt man sie als, was sie sind.
Uebrigens sind wir letztes Jahr in den Pyrenäen 5 m vor einem eingesperrten Bären gestanden, und unsere Pferde haben nciht mit der Wimper gezuckt.
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24.01.2011
Issyk-Kul, meine Geschichte als PDF (10MB)
Zur Zeit ist Issyk in Arbeit. Das Kutschenfahren macht ihm offensichtlich Spass. Ich kann ihn problem los hinstellen ohne ihn an zu binden, eingeschirren, anspannen und mit ihm durch Dick und Dünn fahren. Allerdings hat er doch schon spitz gekriegt, dass er anhalten kann, wenn er will, ohne dass ich viel machen kann. Na ja, wir arbeiten halt noch daran. Auf dem Platz sind wir ein gutes Stück voran gekommen. Er nimmt die Aufgaben jetzt etwas ernster und bemüht sich auch wirklich das zu tun, was ich von ihm will. Aber auch ich muss an mir arbeiten. Kleine Schritte aber konsequent. Er hat gelernt auf einem Baumstamm zu balancieren und rückwärts durch ein Stangenlabyrint zu gehen. Auch reitenderweise. Heute habe ich ihn abgeduscht. Und obwohl es ihm nicht so ganz geheuer war, hat er das kühle Nass doch genossen. Das tropfende Wasser von seinem Bauch hat ihn aber wieder heftig irritiert
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Wir fahren jetzt bis 30 km am Stück barhuf und Issyk-Kul scheint es zu gefallen. Dabei gehen wir nur kurze Reprisen im Schritt, vorallem Bergab, aber den Rest traben wir.
Vor zwei Wochen bin ich bei Stämmlers in Siblingen sitzen geblieben... bis es Dunkel war, und ich mit Kutsche und Issyk-Kul in absoluter Finsterniss nach Hause musste. Ging alles super gut, nur die Abzweigungen waren kritisch, der Kleine wusste genau wo es heim ging, aber er würde auch über die Aecker gehen, und ich konnte die Ecken nicht wirklich sehen.
Heute haben wir ein weiteres Erfolgserlebnis zu verzeichnen. Wir sind 2 m auf einem Baumstamm balanciert. Zumindest auf drei Beinen, das linke hintere läuft neben dem Baumstamm mit. In ein zwei Wochen werden wir mit 4 Beinen auf dem 30 cm breiten Stamm daherkommen. Auch sonst ist die Arbeit mit ihm sehr produktiv. Wir kommen immer häufiger dazu, dass es ganz wenig braucht, um ihn in die verschiedenen Richtungen zu bewegen. Es macht wirklich Spass.
Wir traben v/a im Gelände, allerdings ist er nicht wirklich bemüht Tempo zu machen. Daran müssen wir etwas arbeiten. In der Gruppe geht es gut, aber alleine..... Ich nehme eine Motivationshilfe mit und es ist als ob das Teil magische Wirkung hätte. Die Tatsache, dass ich die kurze Gerte in der Hand halte, beschleunigt ungemein. Wir üben rückwärts parken, ohne die Stangen zu berühren, Seitwärts verschieben und rollbacks.
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24.01.2011